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3. Harald und Julia

3. Harald und JuliaHarald und Julia – eine Liebesgeschichte im
Nachkriegsdeutschland. Doch die Liebe
des scheinbar idealen Paares scheitert an
unvereinbaren Gegensätzen.

Es ist finster. Ich stehe am Rande eines weiten Feldes.
Der das Feld umgebende Wald ist nur als Saum zu
erkennen, aber zum Boden hin ist der Wald schwarz und
dicht. Aus der Oberfläche der Waldkontur ragen einzelne
Äste wie Krallen in den Himmel. Der Horizont vor mir
ist flackernd erhellt. Manchmal zuckt das Licht höher
bis fast in den dunklen Zenit und fällt gleich darauf
wieder zurück zum Horizont. Neben mir steht eine
vermummte Gestalt, sie ist größer als ich, aber ich weiß
nicht, wer sie ist. Eine Stimme sagt: "Das ist Dresden.
Dresden brennt." Ich frage: "Unser Haus auch?" Die
Stimme schweigt. In mir quillt Angst. Jetzt sieht man
die Flammen am Horizont, der Wald fängt an zu brennen,
die Flammen kommen schnell näher, ich sehe die Gestalt
meiner Mutter gegen das Feuer, sie läuft auf mich zu,
aber ein neuer Vorhang aus Feuer schiebt sich zwischen
uns. Plötzlich bin ich von Flammen umgeben, sie kommen
näher, die vermummte Gestalt neben mir ist plötzlich
verschwunden, ich bin allein, ich brenne, ich spüre den
Rauch in meinen Lungen, ich huste, schreie, ich weiß,
es ist ein Traum, einer meiner Träume, die immer wieder
kommen; ich weiß, ich kann aufwachen, mein Herz schlägt
noch wie verrückt, aber es wird sich gleich beruhigen,
es ist nichts, ich weiß ja, das alles ist längst vorbei,
es hat keine Macht mehr über mich, ich kann aufwachen,
wenn ich will, bin aufgewacht.
"Fehlt Ihnen etwas?", fragte die Stewardeß....



Harald und Julia
Erzählung
Fouqué Literaturverlag, 2001
ISBN 3-8267-4868-9
ISSN 1616-1688
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